Faszinierendes Grönland

Grönlands Autonomie

Erste Belege für die Besiedlung durch die Vorfahren der Inuit stammen aus der Zeit um etwa 2500 v. Chr. Erik der Rote gab der Insel im Jahr 982 den Namen "Grænland" (altnord. Grünland). Seit 1814 stand Grönland unter dänischer Herrschaft, wurde jedoch im Zweiten Weltkrieg von der deutschen Wehrmacht besetzt. Ab 1953 galt es nicht mehr als formale Kolonie, war jedoch zunehmend dem kulturellen Einfluss Dänemarks unterworfen. Zwar verbesserten sich die Lebensbedingungen fortan schlagartig, aber gesellschaftliche und wirtschaftliche Umwälzungen führten seit den 60er Jahren zu Souveränitätsbestrebungen. 1979 erlangte Grönland im Zuge langjähriger Verhandlungen innenpolitische Autonomie mit eigener Regierung und eigenem Parlament. Insbesondere aufgrund der Fischereirechte trat Grönland 1985 formal aus der EG aus, ist jedoch nach wie vor Mitglied der Zollunion. Weiterhin strebt es aber die völlige Unabhängigkeit von Dänemark an, was sich in letzten Jahren, beispielsweise durch erweiterte Selbstbestimmung hinsichtlich seiner Bodenschätze, gezeigt hat.

Das Land der Menschen

Die Inuit nennen ihre Heimat "Land der Menschen" (Kalaallit Nunaat). Mit seinen ca. 56.000 Einwohnern ist Grönland hauptsächlich an der Westküste besiedelt; etwa ein Viertel der Bevölkerung lebt in der Hauptstadt Nuuk.
Als größte Insel und drittgrößte Wüste der Erde wartet Grönland mit einer Reihe von Superlativen auf. Im weltweit größten Nordost-Grönland-Nationalpark kann man Moschusochsen, Eisbären, Walrosse, Polarfüchse, Weißwale und zahlreiche andere Tiere beobachten. Auf der südlichen Uunartoq-Insel lassen sich in einem Bad in warmen Quellen vorbeiziehende Eisberge vor der farbenreichen Kulisse der Mitternachtssonne bewundern. Die 180 Kilometer lange Wanderroute von Sisimiut nach Kangerlussuaq führt u.a. durch eine bizarre Eislandschaft. 

Hauptreiseziel ist die Diskobucht an der mittleren Westküste. Ilulissat, dän. Jakobshavn, ist der Geburtsort von Polarforscher und Ethnologe Knud Johan Victor Rasmussen und mit ca. 4.500 Einwohnern die drittgrößte Siedlung nach Nuuk und Sisimiut. Der Ilulissat-Eisfjord zählt aufgrund seiner Bedeutung für die Gletscher- und Klimaforschung seit 2004 zum Weltnaturerbe der UNESCO. In den Sommermonaten ist man hier Zeuge eines gigantischen Schauspiels, des sogenannten Kalbens, bei dem riesige Eisfelsen vom Gletscher abbrechen und ins Meer stürzen.

Kulturelle Sehenswürdigkeiten:
-    Grönland-Nationalmuseum in Nuuk
-    Torfhäuser in Qassiarsuk
-    Sommerresidenz des Weihnachtsmanns in Uummannaq
-    Stadttor aus Walkieferknochen in Qeqertarsuaq.